Die Atacama Wüste ist einer der trockensten Orte der Erde. Im Moment sind hier 10% rel. Luftfeuchtigkeit. Sie liegt auf einem Hochplateau (Altiplano) auf 2450 m über dem Meer, direkt an den Anden, nicht weit vom Dreiländereck mit Bolivien & Argentinien, ca. 1500km nördlich von Santiago, im „großen Norden“ („Norte grande“). Von hier sind es nur noch 2500 km bis zum Äquator. Sie ist also ähnlich weit vom Äquator entfernt, wie die Sahara, nur halt auf der Südhalbkugel. So nah waren wir noch nie am Äquator. Vom Flughafen in Calama sind wir mit unserem Mietwagen eine Stunde nach San Pedro de Atacama gefahren. Kurz nach dem wir die Stadt verlassen hatten, war auch schon nichts mehr um uns herum außer Wüste. Krasse Landschaft. Keine einzige Wolke weit & breit und zwar die ganze Zeit, wo wir hier waren. Tagsüber 28°C, Nachts 10°C. Eine sehr lebensfeindliche Umgebung, es ist uns ein Rätsel, warum man hier leben sollte. San Pedro ist aber eine Oase in der Wüste, und liegt in einem Tal, wo ein Bach durchfließt, es gibt also Wasser und somit auch ein paar Bäume. San Pedro hat 10.000 Einwohner und sehr viele Touristen. Es gibt eine „Fußgängerzone“ mitten in der Stadt, wo es im Prinzip drei Arten von Läden gibt: Tourenanbieter, Souvenir-Läden und Restaurants. Außerdem einen Supermarkt und drei Geldautomaten. Die Tourenanbieter haben wir ignoriert, da wir alles auf eigene Faust gemacht haben, wir hatten ja ein Auto. In den Souvenirläden haben wir noch Hüte und eine Sonnenbrille gekauft. Die meisten Restaurants waren auf Google Maps ziemlich gut bewertet und wir haben auch drei mal sehr gut gegessen. Die Preise waren aber dann auch eher europäisch. Aber da das Essen wirklich sehr gut und die Portionen riesig waren (wir haben jedes mal etwas mit nach Hause genommen, „para llevar“), war das kein Thema. Auf der Rechnung waren übirgens immer unter der Summe 10% Trinkgeld („Propina“) ausgerechnet und darunter summiert. Man durfte aber selber wählen, wie viel man bezahlt 😉 Die Straßen sind fast alle weder geteert noch gepflastert und es gibt selten Bürgersteige. Es ist also sehr staubig hier. Jeden Morgen fährt ein Fahrzeug durch die Stadt und versprüht Wasser auf die Straßen, wir glauben, damit es weniger staubt. Der Zustand der Straßen ist entsprechend schlecht, da viele Autos hier fahren. Nur die LKW müssen auf der Umgehungstraße außen herum fahren, die ist dann doch geteert. In Canada haben wir noch mit Heike & Markus über die Pickup-Trucks gelästert (liebe Grüße nach Ottawa) und jetzt fahren wir selber so ein Ding. Allerdings keinen F-150 (die haben wir hier noch nicht gesichtet) sondern einen Peugeot Landtrek. Der hat allerdings hier wirklich seine Berechtigung, wir sind hier über „Straßen“ gefahren, das hat man in West-Europa noch nicht gesehen. Und dass die Ladefläche keine Abdeckung hat ist auch egal, da es ja nie regnet. OK, unsere Koffer und Taschen sind jetzt ziemlich verstaubt. Durch die Höhe war hier alles ziemlich anstrengend, der Puls ging schnell hoch, man merkt, dass weniger Sauerstoff in der Luft ist. Aber da alle Gebäude ohne Obergeschosse gebaut sind, gibt es hier auch keine Treppen. Krasser Kontrast zu den Wolkenkratzern in NY, wo wir ja letzte Woche noch waren. Von einem Extrem ins andere. Wir haben einiges unternommen, hier unsere Tourenberichte.

Der Vulkan Licancabur im Sonnenuntergang

Sandboarding im Valle de Marte

Das Valle de Marte (Mars-Tal) oder auch Valle de Muertes (Todes-Tal) heißt so, weil es wohl an die Landschaft auf dem Mars erinnert. Es ist wirklich faszinierend. Es liegt nur 10 Minuten mit dem Auto von San Pedro. Man bezahlt Eintritt (22€ für uns) und dann fährt man ca. 10 Minuten durch das Tal. Krasse Landschaft. Bei der Düne angekommen trifft man dann auf die Gruppen, die die Tour für 45€ gebucht haben. Wir haben zwei Boards für 24h für 40€ gemietet, das Auto hatten wir ja eh. Wir waren dann erst nachmittags bis zum Sonnenuntergang und am nächsten Tag vormittags bis es zu heiß wurde da. Jessi & ich sind jeweils einmal gefahren, die Jungs unzählige Male, sie hätten das am liebsten jeden Tag gemacht. Es war jedenfalls super.

Valle de Martes mit dem Vulkan Licancabur im Hintergrund
Oben auf der Düne
Blick von der Düne ins Tal
Jakobs letzte Abfahrt

Sterne beobachten

„To do science“, also um Wissenschaft zu treiben, und zwar mit den Sternen braucht man drei Dinge (haben wir gelernt):  Trockenheit, da Wasserpartikel in der Luft das Licht streuen, Dunkelheit (die nächsten großen Städte sind weit weg und hinter Bergen, San Pedro ist nicht wirklich relevant) und Höhe, da die Atmosphäre vor allem unten konzentriert ist, mind. 2000m. Also ist es hier optimal um Sterne zu beobachten und es werden entsprechende Touren angeboten. In dem Fall haben wir dann doch eine Tour gebucht, sind allerdings selber und nicht mit dem Kleinbus mit dem Rest der Gruppe angereist. Treffpunkt war 5km außerhalb der Stadt, das reicht schon, da von San Pedro nicht so viel Lichtverschmutzung ausgeht. Der Sternenhimmel war wirklich unglaublich, so viele Sterne haben wir vorher noch nie gesehen.  Und auch nicht so viel Planeten. Wir haben Merkur, Venus, Jupiter und Saturn gesehen. Saturn haben wir dann noch durch ein Teleskop angeschaut und wir konnten wirklich den Ring um den Planeten sehen! Unglaublich, er ist wirklich da. Dann haben wir noch die Mondkrater betrachtet und andere Sterne, es sind wirklich unendlich viele, die wir sonst nie sehen!

Wir vor dem Sternenhimmel & dem Vulkan

Cañon de Guatín / Puri Libre

Nördlich von San Pedro fließt ein Bach durch das Tal Richtung San Pedro, der mit warmen Wasser gespeist wird. Das kommt von den Geysiren bzw. Vulkanen. Es gibt einige kommerzielle Badestellen, wo man sehr viel Eintritt bezahlen muss. Wir sind zweimal zu Stellen gefahren und über Steine kleine Pfade gewandert, wo man dann einfach so ins Wasser kann. Da war sehr wenig los, da wahrscheinlich die gebuchten Touren nicht so oft hier hin kommen. Dafür hatten wir dann immer ein kleines Becken unter einem kleinen Wasserfall für uns. Im Tal um den Bach war es sehr schön grün, was sehr selten hier ist.

Puri libre
Puri libre
Puri libre
Cañon de Guatín
Cañon de Guatín

El Tatio Geysire

80 km nordlich von San Pedro liegen die El Tatio Geysire auf 4200 Metern über dem Meer! So hoch waren wir noch nie, außerdem waren wir hier auch noch näher am Äquator. Die Geysire sind bis ca. 9:00 morgens sehr aktiv, da dann der Temperaturunterschied zwischen dem ca. 85°C heißem Wasser und der Luft nicht mehr so groß ist. Auf der Höhe kocht das Wasser übrigens schon bei 85°C. Damit sich die 1,5h Autofahrt auch lohnt, sind wir um 5:00 morgens schon losgefahren und waren dann vor Sonnenaufgang da. Mit uns übrigens ca. 40 Mercedes Sprinter Busse mit den Touristen der gebuchten Touren (und das jeden Tag). Die Lufttemperatur so früh lag dann auch nur bei 0°C und wir waren froh, dass wir unsere dicken Winterjacken dabei hatten, die wir vor 2 Wochen noch bei Schnee in Canada an hatten. Das Geysirfeld gehört der indigenen Bevölkerung und sie betreiben das ganze. Man bezahlt natürlich wieder Eintritt. Das lohnt sich aber (genau wie die Fahrt so früh morgens, da das wirklich ein faszinierendes Naturschauspiel ist. Nach dem Sonnenaufgang hinter den Anden wurde es dann aber auch direkt wärmer. Auf dem Rückweg (dann im Hellen) haben wir noch Flamingos und Lamas gesehen. Ein toller Ausflug!

El Tatio Geysire vor Sonnenaufgang
Ein kleiner Geysir vor Sonnenaufgang
Sonnenaufgang hinter dem Anden
Guanakos (Lama guanicoe)
Atacama Wüste

Beitragsnavigation